Durchzogene Baugesuchstatistik wegen Corona

  • Weiteres
selective-focus-photography-cement-2219024.jpg

Die Coronakrise hat auch von der Baubranche nicht halt gemacht. Dies zeigt sich anhand der Anzahl Baugesuche im März und April deutlich. Trotzdem sind die Aussichten nicht all zu schlecht. Im Juni hat die Anzahl Baugesuche bereits wieder massiv zugenommen.

Viele Branchen sind vom Coronavirus stark beeinflusst. Nicht so der Bausektor. Zwar kam und kommt es immer noch in einzelnen Fällen zu Baustellenschliessungen. Wenn man die Baugesuche betrachtet zeichnet sich jedoch eine überraschend positive Entwicklung ab.

Im ersten Halbjahr 2020 gingen rund 4% mehr Baugesuche für den Hochbau ein als im Vorjahr. Zwar war der Januar mit einem Plus von 14% ein sehr starker Monat. Jeodch kann nicht das gesamte Wachstum diesem Monat zugeschrieben werden. Nebst Januar stach auch der Juni hervor. Dort wurden über ein Fünftel (+21%) mehr Baugesuche als im selben Zeitraum 2019 registriert. Die Erklärung für diese markante Zunahme ist schnell gefunden. In den beiden Monaten März und April gingen die Baugesuche zurück, und zwar um 12% respektive 10%. Es macht also den Anschein, dass die Baugesuche nur aufgeschoben und nicht aufgehoben sind.

Baugesuche für alle Projekte im Hochbau

Wenn man die einzelnen Kategorien anschaut zeigen sich unterschiedliche Bilder. In der Kategorie «bis 2 Wohneinheiten» war der Januar mit 22% äusserst stark. Die Baisse im Februar, März und April konnten Mai und Juni nur ausgleichen. Über das Semester resultiert ein Minus von 1% gegenüber dem Vorjahr. In der Kategorie «ab 3 Wohneinheiten» ist der Juni mit einem Minus von 51% überraschen schwach. Im Gegensatz zu den anderen Kategorien gibt es bei dieser keinen starken Monat. Deshalb überrascht das Minus von 10% über die ganzen sechs Monate nicht.

Baugesuche für Projekte bis 2 Wohneinheiten
Baugesuche für Projekte ab 3 Wohneinheiten

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Schweizer Bauindustrie der Corona-Krise zu trotzen scheint. Es ist klar ersichtlich, dass insbesondere in den Monaten März und April deutlich weniger Baugesuche als im Vorjahr eingegeben wurden, hingegen im Juni wieder deutlich mehr als im Vorjahr. Bauprojekte werden also weniger sistiert, sondern wurden vielmehr nach hinten geschoben. Dies sind positive Aussichten fürs zweite Semester.