Erdsonden: Der Wettbewerb im Untergrund

  • Bauen
Erdsonden Schweiz.jpg

Erdsonden gehören schon lange zu den beliebtesten Heizmethoden der Schweizer, das zeigt auch eine Untersuchung von Bindexis. Doch im Erdreich kann es knapp werden.

Eine lange Lebensdauer, tiefe Betriebskosten und Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Dass Erdsonden schon seit einigen Jahren eine beliebte Wahl sind, ist kein Wunder. Auch im 2018 war dies nicht anders. Bindexis hat 3’180 Baugesuche für Neubauten aus den Kategorien «Wohnen bis 2 Wohneinheiten» und «Wohnen ab 3 Wohneinheiten» untersucht. Von diesen Bauprojekten setzten 611 oder 19% auf Erdsonden. Beliebter sind nur Wärmepumpen (Luft und Wasser) mit 64%. Es folgen die Kategorien Gas mit 199 Baugesuchen (6%) Fernwärme mit 193 (6%) und Stückholz mit 44 (1%).

Regional gibt es deutliche Unterschiede. So waren die Erdsonden im Jahr 2018 besonders in Nidwalden beliebt, 44% der untersuchten Projekte entscheiden sich dafür. In Zürich waren es 42% und in Fribourg 39%. Natürlich gab es auch einige Kantone, deren untersuchte Projekte keine Erdsonden einsetzten. Namentlich sind dies Neuchâtel, Uri, Glarus und Schaffhausen.

Die Beliebtheit der Erdsonden könnte aber zunehmend zu einem Problem werden. Denn die Heizleistung wird nämlich insbesonders durch weitere Erdsonden in der näheren Umgebung eingeschränkt. Eine Studie des Bundesamts für Energie hat genau dies untersucht. Dafür wurden die Mitteltemperaturen von 91 Schweizer Erdsonden gemessen. Das Resultat: Erdsonden, sind im Mittel rund 4 Grad kühler, wenn sich fünf weitere in näheren Umgebung (in diesem Fall 30 Meter) befinden. Der Einfluss der «Nachbarsonden» ist dabei deutlich stärker als der Einfluss des Alters oder der Länge.

Entlastung und Regeneration

Mit steigender Dichte an Erdsonden müssen sich deren Besitzer und Anbieter vermehrt mit der Entlastung und der Regeneration auseinandersetzen. Die Untersuchung des Bundesamts für Energie gibt dafür erste Ansätze und Empfehlung.  

Zur Entlastung wird unter anderem eine zweite Wärmequelle oder eine verbesserte Wärmedämmung des Hauses empfohlen. Zur Regeneration kann man inbesonders im Sommer Wärme der Sonde zuführen, sei dies durch zusätzliche Sonnenkollektoren oder Wärmepumpen. 

Bei der Planung eines Neubaus muss mit einer potentiellen Unterkühlung gerechnet werden und bereits installierte Erdsonden müssen regelmässig überwacht werden, damit rechtzeitig Massnahmen zur Regeneration oder Entlastung eingeleitet werden können. Nur so können Sonden wirklich nachhaltig genutzt werden.

Sind Sie selbst an einem Projekt mit Erdsonden beteiligt? Erkunden Sie sich doch weiter über die Problematik und sprechen Sie frühzeitig mit den Kunden darüber, um eine hohe Zufriedenheit sicher zu stellen.

Das könnte Ihnen auch gefallen